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Tunnelportale


Bilder der Strecke: 2816 (Ohne Personenverkehr / KBS 233b)

1 Tunnel (94 Meter)Kruin 

Hagen-Haspe - Ennepetal-Altenvoerde (Ennepetalbahn)

Kruiner Tunnel  [EN]  (NW)
Wird auch Wunderbau genannt

Nordwestportal des Kruiner Tunnels

Länge:
94 Meter

Streckenteil:
Hagen-Haspe - Ennepetal-Altenvoerde

Lfd-Nr, Direktion:
554, Esn-079

Seite/Quadrant:
138 B
142 D2

bei km:
11,1

Südostportal des Kruiner Tunnels (Foto: Carsten Klinger)
Nordwestportal, vom Güterbahnhof Gevelsberg-Haufe
(Oktober 2004) (Foto: Carsten Klinger)
  Südostportal, von Anschlußstelle Ennepetal-Altfeld
(Oktober 2004) (Foto: Carsten Klinger)
 
Der Kruiner Tunnel und die durch ihn geführte Eisenbahnstrecke schneiden den Damm der Hauptbahn nicht im rechten Winkel, sondern auf etwa 80 Grad. Dadurch musste der nordwestliche Bahndamm, Richtung Hagen-Haspe, linksseitig mit einer abgewinkelten Stützmauer aufwändig abgefangen werden. Auf der rechten Seite genügte eine allmählich abfallende Konstruktion, in deren Boden der Bachdurchlass für die Ennepe eingefügt wurde. Auf der anderen Tunnelseite war das Prinzip bei der Anlage ähnlich, links allerdings geradlinig in den Bahndamm hinein, rechts nicht ganz parallel zum Fuße des Hangs. In der Konzeption sind beide Portale gleich gestaltet, nur mit dem Unterschied, dass das südöstliche Portal, Richtung Altenvoerde, etwa 1,50 Meter höher ausfällt und deshalb eine Reihe von sieben angedeuteten Rundbogenfenstern zwischen Tunnelöffnung und Tunnelkrone gesetzt bekommen hat.

Auch hier zeigt sich, dass das Bauwerk nicht nur ein Verkehrsweg, sondern auch ein Schmuckstück sein sollte. Die Portalkrone ist abgestuft, erscheint mit ihrem leicht erhöhten Mittelteil wie eine Tribüne, wie das rundum verlaufende Geländer unterstreicht, obwohl das Betreten des Tunnelportals strengstens verboten ist. Die senkrecht angeordneten Steine darunter wirken wie Stützen der darüber liegenden Brüstung, die nur deshalb um 30 cm gegenüber der Senkrechten des Portals vorgezogen wurde, damit es optischer gefälliger wirkte. Ein wenig mag hier doch der Gedanke eines Burgportals mitgewirkt haben.

Dem Burgenbau entlehnt sind auch die angedeuteten Fensteröffnungen auf der Südostseite des Tunnels. Diese um eine Steintiefe gegenüber der Gewölbeöffnung vorragende Fassadenteil bewirkt, dass das südöstliche Portal zur Portalkrone hin gleich zweimal vorspringt. Knapp die Hälfte der Tunnelbreite entfällt auf den Bahnkörper, zur Straße hin durch simple Holzpfosten abgegrenzt, womit es sich bautechnisch um einen zweigleisigen Tunnel handelt.. Am Tunnelrand verläuft ein schmaler Fußweg.
Quelle: Neben- und Schmalspurbahnen in Deutschland, GeraMond-Verlag

Geschichte:

Entstehung des Kruiner Tunnels (Ein Klick ins Bild öffnet ein größeres Bild)

  Photo der Straßenbahn am Kruiner Tunnels (Foto: 1916/17, Sammlung G. Korff)
Am 18. Oktober 1843 bildete sich in Elberfeld die Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft (BME). Ihr Ziel war es, die industriereichen Städte Barmen und Elberfeld an der Wupper mit den Zechen an der Ruhr zu verbinden und in Dortmund an den Fernverkehr anzuschließen. Die Bauarbeiten wurden 1845 begonnen. Vor allem der Abschnitt zwischen Schwelm und Gevelsberg gestaltete sich äußert schwierig.

Bauliche Besonderheit der Strecke ist der 94 Meter lange Kruiner Tunnel, auch Wunderbau in Ennepetal-Milspe genannt. Als die BME den Abschnitt von Schwelm nach Hagen der Strecke 2550, die von Aachen über Düsseldorf, Wuppertal, Hagen, Schwerte und Warburg über Hofgeismar-Hümme nach Kassel baute, schüttet sie zwischen den Bahnhöfen Ennepetal, der früher Milspe hieß, und Gevelsberg einen Damm in einen Taleinschnitt. Für die Ennepe und eine Straße wurde ein Durchlass vorgesehen.

Als später die Ennepetalbahn gebaut wurde, musste auch für die Bahn ein Kreuzungsmöglichkeit geschaffen werden. Dazu wurde der kombinierte Straße-Schiene-Tunnel mit einer Höhe von 9,36 Metern und einer Breite von 10,30 Metern errichtet, der neben eine Bundesstraße auch ein Gleis der Bahn aufnahm. Die Dammhöhe beträgt an dieser Stelle 31 Meter. Während anfangs die Strecke durch Leitplanken vom Straßenraum abgegrenzt durch den Tunnel führte, wurden die Schienen im Jahre 1992 mit Asphalt aufgefüllt und den Kraftfahrzeugverkehr stand nun in den Zugpausen eine zweite Fahrbahn zur Verfügung. Seit dem Umbau ist der Tunnel durch Schranken wie ein Bahnübergang gesichert. Wenn Zugfahrten stattfinden, wird der gesamte Tunnel für den Straßenverkehr gesperrt.

Seit 1907 fuhr zusätzlich noch die Straßenbahn Voerde - Haßlinghausen durch den Tunnel. Den zweiten Weltkrieg überstand die Straßenbahn Ennepe ohne nennenswerte Schäden. Trotzdem kam man in den fünfziger Jahren zum Beschluss, die Bahn stillzulegen. Die Fahrt auf den engen Straßen bei steigendem Kraftfahrzeugverkehr wurde immer gefährlicher, eine besondere Engstelle bildete der Kruiner Tunnel. Auch war die Fahrzeit von über fünfzig Minuten im Verhältnis zur Streckenlänge viel zu lang, deshalb erfolgte die Einstellung der Straßenbahn Ende März 1956.
Text selbstverfasst, benutzte Quellen: Bahnen im Bergischen, die Ennepetalbahn und Tafel am Kruiner Tunnel
Weitere Informationen siehe bei Wikipedia, Kruiner Tunnel

Landkarte:

Hagen-Haspe - Ennepetal-Altenvoerde (Ennepetalbahn)

Ausschnitt aus Kursbuchkarte von 1958

Hinweis:

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