Springt zur Strecke 6689: Ernstthal am Rennsteig - Lauscha/Thüringen (Rennsteigbahn) [Streckenübersicht]  [Impressum] [Sitemap] [Bilder] [Geschichte] [Landkarte] [Fenster schließen] Springt zur Strecke 6699: Schmalkalden - Kleinschmalkalden/Thüringen (Betriebsgemeinschaft mit der Schmalkalder Kreisbahn)

Tunnelportale


Bilder der Strecke: 6698 (KBS 573 / KBS 624)

4 Tunnel (617 Meter)Mehlis  Rote Wand  Rote Bügel  Hirschberg 

Zella-Mehlis - Schmalkalden (- Wernshausen/Werra)

Mehliser Tunnel  [SM]  (TH)

Ostportal des Mehliser Tunnels (Foto: VSO)

Länge:
118 Meter
Laut Tunnelbuch 112,13 Meter

Streckenteil:
Zella-Mehlis - Schmalkalden

Lfd-Nr, Direktion:
1013, Erf-010

Seite/Quadrant:
65 D
67 D4

bei km:
3,1

Westportal des Mehliser Tunnels (Foto: VSO)
Ostportal, vom Haltepunkt Zella-Mehlis-West
(Mai 2003) (Foto: VSO)
  Westportal, vom Haltepunkt Benshausen
(Mai 2003) (Foto: VSO)

Rote Wand-Tunnel  [SM]  (TH)

Ostportal des Rote Wand-Tunnels (Foto: VSO)

Länge:
136 Meter
Laut Tunnelbuch 131,81 Meter

Streckenteil:
Zella-Mehlis - Schmalkalden

Lfd-Nr, Direktion:
1014, Erf-011

Seite/Quadrant:
65 D
67 D4

bei km:
5,9

Westportal des Rote Wand-Tunnels (Foto: VSO)
Ostportal, vom Haltepunkt Zella-Mehlis-West
(Mai 2003) (Foto: VSO)
  Westportal, vom Haltepunkt Benshausen
(Mai 2003) (Foto: VSO)

Rote Bügel-Tunnel  [SM]  (TH)
Wird auch Rotebühl-Tunnel genannt

Ostportal des Rote Bügel-Tunnels (Foto: VSO)

Länge:
273 Meter
Laut Tunnelbuch 270,30 Meter

Streckenteil:
Zella-Mehlis - Schmalkalden

Lfd-Nr, Direktion:
1015, Erf-012

Seite/Quadrant:
65 D
67 D4

bei km:
6,5

Westportal des Rote Bügel-Tunnels (Foto: VSO)
Ostportal, vom Haltepunkt Benshausen
(Mai 2003) (Foto: VSO)
  Westportal, vom Haltepunkt Viernau (Mai 2003)
(Foto: VSO)

Hirschberg-Tunnel  [SM]  (TH)
Wird auch Hirzberg-Tunnel oder Altersbacher Tunnel genannt

Ostportal des Hirschberg-Tunnels (Foto: VSO)

Länge:
90 Meter
Laut Tunnelbuch 84,50 Meter

Streckenteil:
Zella-Mehlis - Schmalkalden

Lfd-Nr, Direktion:
1016, Erf-013

Seite/Quadrant:
65 D
67 D3

bei km:
16,6

Westportal des Hirschberg-Tunnels (Foto: VSO)
Ostportal, vom Haltepunkt Altersbach (Mai 2003)
(Foto: VSO)
  Westportal, vom Haltepunkt Schmalkalden-
Fachhochschule (Mai 2003) (Foto: VSO)

Geschichte:

Die Bahnstrecke von Zella-Mehlis nach Wernshausen/Werra ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen, die Zella-Mehlis am Rand des Thüringer Waldes im Osten mit Wernshausen im Werratal im Westen verbindet. Sie hat die Streckennummer 6698 und wird heute von der Südthüringenbahn (STB) betrieben. Im Kursbuch der Deutschen Bahn wird die Strecke mit der Nummer 573 geführt. Die Nebenbahn verbindet zwei Hauptbahnen. In Zella-Mehlis ist es die Strecke 6298 von Erfurt nach Schweinfurt und in Wernshausen wird der Anschluß zur Werrabahn, der Strecke 6311 von Eisenach nach Lichtenfels hergestellt.

Die einsetzende Entwicklung des Kleineisengewerkes in den am Südhang des Thüringer Waldes gelegenen Orten verlangte nach einem Eisenbahnanschluß. Die hergestellten Werkzeuge, Haus- und Küchengeräte mussten zum Versand mit Schubkarren und auch als Traglasten zu den nächstgelegenen Bahnhof geschafft werden. Weitblickende Männer mit dem damaligen Bürgermeister Burhenne von Schmalkalden an der Spitze versuchten daher mehrmals, die Werrabahn-Gesellschaft zum Bau einer Stichbahn von Wernshausen nach Schmalkalden zu bewegen. Die Bemühungen blieben zunächst erfolglos.

Die preußische Regierung konnte sich auf Dauer den vielfältigen Forderungen nach dem Bau einer Eisenbahn von Wernshausen nach Schmalkalden nicht mehr verschließen. Schon im Jahr 1870 begannen Vorarbeiten für den Bau einer Nebenbahn zunächst von Wernshausen nach Schmalkalden, das seit 1866 preußische Exclave ist. Die Stadtverwaltung von Schmalkalden beschloß 1871 den Bau der Bahnstrecke. Die preußische Regierung genehmigte den Bau dieser Strecke, allerdings auf städtische Kosten. Der preußische Handelsminister genehmigte nur einen Staatszuschuß von 50.000 Talern, während die Stadt Schmalkalden rund 340.000 Taler beisteuern musste. Schon im Frühjahr 1870 hatte die Stadt den königlichen Wasserbauinspektor Kullmann in Rinteln an der Weser mit der Ausarbeitung eines Projektes und Kostenvoranschlages für die 6,6 km lange Strecke beauftragt. Nach Vorliegen dieser Unterlagen wurde von Preußen und Sachsen-Meiningen am 3. Juni 1872 die Konzession zum Bau erteilt, der alsbald begonnen und von der Werrabahn-Gesellschaft auf Kosten der Stadt Schmalkalden ausgeführt wurde.

Wegen der Streckenführung im weiteren Verlauf gab es zwischen Schmalkalden und dem damaligen Zella St. Blasii allerhand Streitigkeiten. Nach Überlieferung waren Benshausen und Viernau nur zu einer finanziellen Beteiligung am Projekt zu bewegen, dass sie im Falle einer Verweigerung keine Haltestelle bekommen. Nach vorliegenden Unterlagen sollten auch die Gemeinden Springstille und Herges-Hallenberg Zuschüsse zum Bau der Bahnhöfe zahlen. Die Gemeindevertreter lehnten eine Beteiligung ab, die Orte blieben deshalb ohne Bahnhof.

Am 3. Februar 1874 fuhr der erste Zug probeweise von Schmalkalden nach Wernshausen. Er hatte außer der Baukommission als Ballast Schwellen und Schienen geladen und bestand aus einem Personen- und mehreren Güterwagen. Den Zug zog eine Lok mit dem Namen »Schmalkalden«. Die Lok fuhr rückwärts und der Schornstein war hinten. Das war für die Ordnungsliebenden ungehörig, unwürdig und musste unbedingt geändert werden. Deshalb wurde eine Drehscheibe gebaut.

Im April 1874 wurde dann durch die Wernshausen-Schmalkaldener-Eisenbahn-Gesellschaft der Abschnitt von Wernshausen nach Schmalkalden eröffnet. Im Raum Schmalkalden war zu dieser Zeit eine ansehnliche Werkzeug- und Holzindustrie entstanden. Die Bahnlinie schlängelt sich im breiten Tal der Schmalkalde entlang und bedurfte keiner großen Kunstbauten zur Überwindung topographischer Hindernisse. In steter Steigung wird der Höhenunterschied von etwa 34 Metern zwischen Wernshausen und Schmalkalden überwunden, wobei die Steigung nicht mehr als 1:100 beträgt.

41 1144 vorm Westportal des Rote Wand-Tunnels (Foto: Marcel Jahn)  
41 1144 vorm Westportal des Rote Wand-Tunnels,
fotografiert im Februar 2008 von Marcel Jahn
 
Damals wurde die Strecke von der Stadt Schmalkalden finanziert, die sie zunächst auch besaß. Am 1. Juli 1890 ging sie dann in den Besitz der Preußischen Staatsbahn über. Die Eröffnung des Abschnitts von Schmalkalden nach Zella-Mehlis sollte aber noch bis 1892/93 dauern. Im Sommer 1887 begann man mit dem Abstecken der Linie von Schmalkalden nach Zella-Mehlis. Für den Bahnbau waren im Oktober 1889 etwa 500 Arbeitskräfte eingesetzt und es wurden ständig mehr. Etwa die Hälfte der eingesetzten Arbeiter kam aus der heimischen Bevölkerung, der Rest waren Ausländer, überwiegend Italiener und Tschechen. Der eigentliche Bahnbau begann am 1. März 1890. In dieser Zeit entstanden auch der Rote Wand-Tunnel zwischen Benshausen und Mehlis sowie der Rote Bügel-Tunnel zwischen Viernau und Benshausen. Hinter Mehlis traf man auf den schwierigsten Streckenabschnitt. Hier wurde ein nicht geplanter Tunnel erforderlich. Anstelle des vorgesehenen Einschnittes im Wilhelmstal wurde der 118 Meter lange Mehliser Tunnel gebaut. Der zu überwindende Höhenunterschied von über 250 Metern zwischen den Endpunkten der Bahn erforderte neben den genannten Tunneln zahlreiche hohe Dämme, tiefe Einschnitte und gewölbte Brücken. Trotzdem ging der Bau der 23,8 km langen Strecke verhältnismäßig rasch vonstatten.

Das nächste Teilstück von Schmalkalden bis nach Steinbach-Hallenberg ging am 15. Dezember 1891 in Betrieb und am 25. Januar 1893 folgte das letzte Streckenstück zwischen Steinbach-Hallenberg und Zella-Mehlis. Im Mai 1893 nahm die 30,4 km lange Gesamtstrecke den regulären Betrieb auf. Seit dem 3. November 1892 zweigte im Bahnhof Schmalkalden auch die Nebenbahnstrecke 6699 nach Kleinschmalkalden und Brotterode ab. Diese wurde jedoch am 30. Juni 1999 stillgelegt.

Waren es seit der Eröffnung der Strecke die Dampfzüge, die das Bild beherrschten, so dominierten ab 1970 die Dieselloks der Baureihe 110 vor den Zügen. Seit dem Jahresfahrplan 1997/98 waren nur noch die LVT der Baureihen 771/772 im Personenverkehr im Einsatz. 1998 wurden umfangreiche Gleisbauarbeiten mit dem Ziel durchgeführt, die Streckengeschwindigkeit auf 80 km/h zu erhöhen.

Seit dem 1. Januar 2001 fährt die Südthüringenbahn im Auftrag der DB AG und seit dem 10. Juni 2001 betreibt die STB die Strecke. Hier verkehrt Montag bis Freitag die STB 3 im Ein-Stunden-Takt mit Kreuzung in Steinbach-Hallenberg, am Wochenende im Zwei-Stunden-Takt. In der Woche fährt tagsüber jeder zweite Zug über Zella-Mehlis hinaus bis nach Suhl. Zum Einsatz kommen auf der Linie STB 3 Dieseltriebwagen des Typs Stadler Regio-Shuttle RS1.

Die Modellbahnfreunde Herpf - Suhl - Hirschbach haben einige Teilstrecken dieser Bahn als Module nachgebildet, unter anderem auch zwei Module mit den Portalen des Mehliser Tunnels sowie ein weiteres Modul mit einem Portal des Irchwitzer Tunnels.
Quellen: Nach alten Tunnelbüchern, zusammengefasst von Karlheinz Dörner,
sowie Wikipedia, Bahnstrecke Zella-Mehlis - Wernshausen

Landkarte:

Zella-Mehlis - Schmalkalden (- Wernshausen/Werra)

Ausschnitt aus Kursbuchkarte von 1958

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