Springt zur Strecke 6363: Leipzig Hbf - Leipzig-Paunsdorf (- Borsdorf/Sachsen - Wurzen - Oschatz - Riesa - Zeithain-Bogendreieck -) Priestewitz - Coswig (- Dresden-Neustadt) [Streckenübersicht]  [Impressum] [Sitemap] [Bilder] [Geschichte] [Landkarte] [Fenster schließen] Springt zur Strecke 6377: [Leipzig Hbf (6396) -] Leipzig Bayrischer Bahnhof (-Leipzig-Connewitz - Gaschwitz) (S-Bahn)

Tunnelportale


Bilder der Strecke: 6368 (KBS 225, 240, 500 / KBS 220, 320)

2 Tunnel (383 Meter)Verkehrs-Tunnel 1  Verkehrs-Tunnel 2 

Leipzig Hbf - Leipzig-Ost (- Abzweig Leipzig Torgauer Straße) [- Leipzig-Paunsdorf]

Verkehrs-Tunnel 1  [L]  (SN)

Einfahrt, am Ende erkennt man das mit Bauschutt zugeschüttete Südwestportal des Verkehrs-Tunnels 1 (Foto: Frank Hofmann)

Länge:
206 Meter

Streckenteil:
Leipzig Hbf - Leipzig-Ost

Lfd-Nr, Direktion:
1118, Dre-043

Seite/Quadrant:
127 D Ohne Name und Länge
131 C3 Ohne Name und Länge

bei km:
0,2

Ostportal des Verkehrs-Tunnels 1 (Foto: Frank Hofmann)
Einfahrt, am Ende erkennt man das mit Bauschutt zuge-
schüttete Südwestportal, vom Leipzig Hbf (Januar 2007)
(Foto: Frank Hofmann, Leipzig)
Tunnel befindet sich im Vorfeld
des Leipziger Hauptbahnhofs
Ostportal, vom Haltepunkt Leipzig Ost (Januar 2007)
(Foto: Frank Hofmann, Leipzig)

Verkehrs-Tunnel 2  [L]  (SN)

Südwestportal des Verkehrs-Tunnels 2 (Foto: Frank Hofmann)

Länge:
177 Meter

Streckenteil:
Leipzig Hbf - Leipzig-Ost

Lfd-Nr, Direktion:
1119, Dre-044

Seite/Quadrant:
127 D Ohne Name und Länge
131 C3 Ohne Name und Länge

bei km:
0,2

Ostportal des Verkehrs-Tunnels 2 (Foto: Frank Hofmann)
Südwestportal, vom Leipzig Hbf (Januar 2007)
(Foto: Frank Hofmann, Leipzig)
Tunnel befindet sich im Vorfeld
des Leipziger Hauptbahnhofs
Ostportal, vom Haltepunkt Leipzig Ost (Januar 2007)
(Foto: Frank Hofmann, Leipzig)

Geschichte:

Leipzig Hauptbahnhof, größter Kopfbahnhof Europas: (Ein Klick ins Bild öffnet ein größeres Bild)

Im Jahre 1888 wurde der Frankfurter Hauptbahnhof als größter Kopfbahnhof Europas mit 24 Bahnsteigen eingeweiht. 1892 wurde zwischen den Staatseisenbahnverwaltungen Preußens und Sachsens, der Stadt Leipzig und der Reichspostverwaltung vereinbart, in Leipzig einen Zentralbahnhof zu bauen. Der Bau des Hauptbahnhofs Leipzigs erfolgte durch Wilhelm Lossow & Hans Kühne. Als der Hauptbahnhof am 1. Oktober 1915 eingeweiht wurde, überflügelte er nicht nur die Mainstadt, sondern war einer der größten Bahnhöfe der Welt: 26 Bahnsteige und 5 Außenbahnsteige.

Ostportal des geplanten Tunnels zum Bayrischen Bahnhof (Foto: Frank Hofmann)  
Ostportal des geplanten Tunnels zum Bayrischen Bahnhof
(Foto: Frank Hofmann)
 
Einige technische Daten mögen den Umfang der Arbeiten verdeutlichen: Fünf alte Bahnhöfe mussten weichen und die Parthe über 900 Meter umgeleitet werden. Zu den Bahnhöfen gehörte auch der Dresdner Bahnhof, von dem aus am 7. April 1839 die historische erste deutsche Überlandeisenbahnfahrt von Leipzig nach Dresden begann. Aus der Gründerzeit stammt nur noch ein Heizhaus, das seit 1989 museal genutzt wird und unter anderem eine 9 Meter lange Lokomotive zeigt, die originalgetreu nachgebaute »Saxonia« von 1838/39.

Im Bahnhofsvorfeld wurde gleichzeitig mit dem Bau des Bahnhofs ein zweigleisiger Tunnel begonnen. Dieser führt unter dem Stellwerk B1 hindurch, dort ist auch ein Treppenabgang zu Wartungszwecken vorhanden, weiter unter dem Bahnsteig 22/23 und von den Gleisen aus gesehen links an der Osthalle vorbei und endet an der Fundamentgrenze des Bahnhofsgebäudes. Durch diesen Tunnel sind nie Züge gefahren. Später auf die Idee eine Abstellanlage darin zu errichten, aber auch daraus wurde nichts. Durch einen Bombenvolltreffer vor der Hallenschürze des Bahnsteigs 22/23 im 2. Weltkrieg war der Tunnel sowieso zerstört. Die Stelle erkennt man noch heute nach einem Regenguß an der stehenbleibenden Pfütze.
In das Tunnelende am Bahnhofsgebäude war einige Zeit ein Programmkino eingebaut, beim Umbau des Bahnhofs in den 90er Jahren wurde dieses und Teile des Tunnels beseitigt.

  Im geplanten Tunnel zum Bayrischen Bahnhof unter Stellwerk 1 (Foto: Frank Hofmann)
  Im geplanten Tunnel zum Bayrischen Bahnhof
unter Stellwerk 1 (Foto: Frank Hofmann)
Der umbaute Raum beträgt 1.560.000 m³ auf 83.640 m² Grundfläche. Das Gebäude ist 298 Meter lang. In den Eingangshallen führen zehn Meter breite Freitreppen zum 3,84 Meter höher liegenden Querbahnsteig, der 270 Meter lang, 33 Meter breit und 27 Meter hoch ist. Die gesamte Querhalle wird von einer gläsernen Flachtonne überspannt. Auch die Restaurants und Wartesäle werden vom Licht durchflutet.

Für den sichtbaren Teil des Empfangsgebäudes wurde Sandstein verwendet. Die 12 überlebensgroßen Plastiken stehen für die Erbauer bzw. typische Leipziger Berufe: an der Westhalle sind Arbeiter, Ingenieur, Steinmetz, Zimmermann, Eisenarbeiter und Erdarbeiter und an der Osthalle Professor, Musiker, Student, Kaufmann, Buchdrucker und Zurichter zu sehen.

Gebaut wurde der Hauptbahnhof mit einem Kostenaufwand von 137 Millionen Mark. In diesem Gigantismus verbirgt sich aber auch die damalige Kleinstaaterei: denn er besteht eigentlich aus zwei Bahnhöfen - einem preußischen und einem sächsischen.

Bis 1934 gab es deshalb alles doppelt: Die Gleise 1 - 13 gehörten der preußischen, die Gleise 14 - 26 der sächsischen Bahn. Deshalb existieren auch zwei Empfangshallen, zwei Treppenaufgänge und doppelte Wartesäle. Bis 1934 durfte nämlich kein preußischer Zug im sächsischen Teil des Bahnhofs einfahren, genauso wie kein sächsischer Zug in den preußischen Teil einfahren durfte.

Im 2. Weltkrieg stark zerstört, wurde er von 1954 bis 1962 mit einem Kostenaufwand von 40 Millionen Mark wieder aufgebaut. Als die Deutsche Bahn feststellte, dass nach der Wende die Personenbeförderung rapide abnahm, leitete sie Pläne für einen Umbau des Bahnhofs ein. Auf dem riesigen Querbahnsteig entstand innerhalb von zwei Jahren ein Einkaufs- und Dienstleistungszentrum mit mehr als 100 Geschäften, Gaststätten und Service-Einrichtungen auf drei Etagen, die Promenaden Hauptbahnhof. Gleichzeitig wurden zwei Parkhäuser errichtet, von denen eins direkt in den Bahnhof gebaut wurde.

Viele Bürger Leipzigs liefen Sturm dagegen. Ihnen bedeutete der Umbau die Schändung eines Wahrzeichens Leipzigs. Die Proteste sind seit der Fertigstellung des Umbaus 1997 verebbt. Seitdem existieren nur noch 24 Gleise. Der Hauptbahnhof Leipzig ist damit gleich auf mit dem Hauptbahnhof in Frankfurt am Main.

An der Ecke Richard-Wagner-/Goethestraße erinnert ein Obelisk an den Bau der ersten deutschen Fernbahnstrecke von Leipzig nach Dresden, der von 1836 bis 1839 stattfand. Mit der Eröffnung des City-Tunnels, welcher mehrere S-Bahn-Linien aufnehmen soll, verliert der Hauptbahnhof im Jahr 2009 seinen Status als reiner Kopfbahnhof.
Quellen: Hauptbahnhof bei Leipzig-Info
und Wikipedia, Hauptbahnhof Leipzig
Dieser Text ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution / Share Alike verfügbar.

Landkarte:

Leipzig Hbf - Leipzig-Ost (- Abzweig Leipzig Torgauer Straße) [- Leipzig-Paunsdorf]

Ausschnitt aus Kursbuchkarte von 1958

Hinweis:

Springt zur Strecke 6363: Leipzig Hbf - Leipzig-Paunsdorf (- Borsdorf/Sachsen - Wurzen - Oschatz - Riesa - Zeithain-Bogendreieck -) Priestewitz - Coswig (- Dresden-Neustadt) Valid CSS!Valid XHTML 1.0 TransitionalSollten Sie Fehler an den Daten entdecken oder Ergänzungen haben, so können Sie eine Mail an mich schicken.
 
Springt zur Strecke 6377: [Leipzig Hbf (6396) -] Leipzig Bayrischer Bahnhof (-Leipzig-Connewitz - Gaschwitz) (S-Bahn)
Trennlinie