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Tunnelportale


Bilder der Strecke: 2881 (KBS 445 / KBS 251)

1 Tunnel (732 Meter)Giersberg, 1-gleisig 

Siegen Hbf - Siegen-Ost

Giersberg-Tunnel, 1-gleisig  [SI]  (NW)

Nordwestportal des Giersberg-Tunnels, 1-gleisig (Foto: Dr. Rolf Löttgers)

Länge:
732 Meter

Streckenteil:
Siegen Hbf - Siegen-Ost

Lfd-Nr, Direktion:
27, Esn-017

Seite/Quadrant:
62 B
64 C2

bei km:
0,4

Südostportal des Giersberg-Tunnels, 1-gleisig (Foto: Dr. Rolf Löttgers)
Nordwestportal, vom Hauptbahnhof Siegen
(Foto: Dr. Rolf Löttgers, aus MIBA-Spezial 38)
 
Platzhalter
Südostportal, vom Bahnhof Siegen-Ost
(Foto: Dr. Rolf Löttgers, aus MIBA-Spezial 38)

Beschreibung:

Lageplan der Giersberg-Tunnel (MIBA-Spezial 38, Seite 24)
 
 
Ein simples Gleisdreieck zwischen den Eckpunkten Siegen-Hbf, Siegen-Weidenau und Siegen-Ost wäre die einfachste Lösung gewesen, um je nach Belieben durchgehende Züge zwischen Hagen – Siegen-Hbf – Köln bzw. Gießen – Siegen–Hbf – Köln oder Hagen – Siegen-Weidenau – Gießen (an Siegen-Hbf vorbei) (Strecke 2800) fahren zu können. Doch dazwischen liegt ein Berg, der Giersberg. Und dieser Berg machte die Anlage zweier Tunnelröhren notwendig, die im Innern des Giersbergs übereinander hinweg geführt werden.

Besonderheit der Tunnel

Die beiden Giersberg-Tunnel verbinden die Bahnhöfe von Siegen-Hbf (eingleisiger Giersberg-Tunnel) und Siegen-Weidenau (zweigleisiger Giersberg-Tunnel) mit dem Bahnhof Siegen-Ost und ermöglichen damit der Ruhr-Sieg-Strecke (Hagen – Siegen) und der Siegtalbahn (Siegen – Betzdorf) eine direkte Verbindung Richtung Lahn-Dill-Gebiet (also Siegen – Dillenburg – Gießen) und weiter nach Frankfurt.

Am südöstlichen Fuß des Giersbergs nehmen zwei Tunnelröhren, fast auf gleicher Höhe nebeneinander liegend, ihren Anfang. Die linke, zweigleisige Röhre gehört zur direkten Strecke Siegen-Ost – Weidenau. Die rechte, eingleisige Röhre hingegen stellt die Verbindung von Siegen-Ost zum Siegener Haupt-Bahnhof her. Bald nach Eintritt in den Giersberg macht sie eine Rechtsbiegung, dann eine Linkskurve, und währenddessen fällt sie um knapp fünf Meter ab. Sie unterschneidet die zweigleisige Strecke Siegen-Ost–Weidenau und kommt schließlich fast im rechten Winkel zu dieser wieder ans Tageslicht. Die beiden nördlichen Tunnelöffnungen liegen etwa fünfzig Meter voneinander entfernt, in zwei Ebenen übereinander, um neunzig Grad gegeneinander verdreht. Tunnel dieser Art gibt es in Deutschland sonst nicht.

Das südliche Portal des eingleisigen Giersberg-Tunnels trägt in Stein gesetzt die Inschrift "1912 - 1915".
Am 1. Dezember 1915 wurden die beiden Röhren mitsamt ihren zugehörigen Strecken in Betrieb genommen.

  Südostportale der Giersberg-Tunnels (Foto: Dr. Rolf Löttgers)
(Ein Klick ins Bild öffnet größeres Bild)
Die Tunnelportale

Das südöstliche Tunnelportal macht den Eindruck einer mit Bruchstein verblendeten hohen Stützmauer. In diese Fläche sind – knapp zehn Meter voneinander entfernt und in der Höhe einen halben Meter angehoben bzw. abgesenkt – zwei Tunnelöffnungen eingelassen. Als Schmuck weist das Portal neben der in drei girlandenähnlichen Steinreihen ausgeführten Mauerkrone die ebenfalls in Stein gesetzte Bauzeit ("1912 - 1915") dieser Tunnel auf. Angesichts der in die ersten beiden Kriegsjahre fallenden Baumaßnahme ist es erstaunlich, wieviel Wert damals noch auf derlei Schmuckelemente gelegt wurde.

Nordwestportale der Giersberg-Tunnels (Foto: Dr. Rolf Löttgers)
(Ein Klick ins Bild öffnet größeres Bild)
 
Diese Bemerkung gilt auch für das nordwestliche Portal des eingleisigen Giersberg-Tunnels. Die Krone des Tunnelportals begrenzt den Bahndamm der "einen Stockwerk höher" geführten zweigleisigen Hauptbahn Siegen-Ost – Weidenau, die an dieser Stelle etwa fünfzig Meter vom nördlichen Tunnelportal entfernt ist. Das Portal der eingleisigen Strecke ist damit zugleich auch Stützmauer für die oberhalb liegende Bahnstrecke.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, mußten beiderseits der Tunnelöffnung massive Anker in die Erde eingelassen werden, die den Druck der darüber liegenden Strecke abzufangen hatten, damit das untere Portal nicht "nach vorne wegklappt". Das Ganze wurde mit Bruchstein verblendet, Portal, Pfeiler rechts und links, samt haubenähnlichem Abschluß nach oben hin. Zusätzlich wurden Kupferbleche zur Abdeckung verwandt.

Das dritte Portal, das den zweigleisigen Giersberg-Tunnel nach Norden hin abschließt, kommt ohne jeglichen Schmuck aus. Eine ungegliederte Bruchsteinverblendung des Portals ist das einzige, was man sich erlaubt hat. Die Portalkrone ist mit einfachen Sandsteinplatten abgedeckt.
Dr. Rolf Löttgers, mit freundlicher Genehmigung der MIBA-Spezial 38 entnommen, erschienen im MIBA-Verlag, Nürnberg

Landkarte:

Siegen Hbf - Siegen-Ost

Ausschnitt aus Kursbuchkarte von 1958

Hinweis:

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